Zahlen, Daten, Fakten

Der Camping Markt boomt. Das sagen die Auswertungen der Statistik Portale wie DeStatis (s.o.) und Statista übereinstimmend voraus.

  • 43 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen insgesamt
  • 5% davon ausländische Gäste
  • > 3.100 Campingplätze
  • 231.500 Stellplätze

Nach dem Corona bedingten Einbruch Ende 2020 steigen die Zahlen zu Beginn der Pandemie wieder an und verbleiben wachsend. Während die Zahl der ausländischen Besucher sich wieder auf den Stand vor der Pandemie einpendelt, kehren viele Deutsche die zu Beginn der Krise ins Camping eingestiegen sind nicht wieder in ihr vorheriges Urlaubsverhalten zurück.

Was der Markt an Kaufkraft dabei hergibt bescheinigt die Statistik der steuerpflichtigen Umsätze der Campingplätze in Deutschland. Zuletzt 904 Mill. € verbleiben zum größten Teil in Bayern – dem beliebtesten Camping Ziel deutscher Urlauber. Danach folgen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Knapp 18% der Deutschen wählen Camping für ihren Urlaub, das sind fast 13 Mill. deutsche Camping Touristen. Über 10 Mill. Deutsche verbringen auch mal ein verlängertes Wochenende beim Campen. 2,7 Mill. davon öfter als nur ein gelegentliches Wochenende.

(Zahlen von Statista)

Insgesamt lassen die Zahlen erkennen, das Marktpotential erkennbar ist und Campen immer noch ein ungebrochen positives Image hat.

Wir brauchen also für die Zukunft mehr Kapazitäten: Stellplätze, Unterkünfte, Infrastruktur, Dienstleister.

Vergleicht man die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt (blau) mit der Altersstruktur der Camper (schwarz) zeigt sich jetzt bereits, das auf den Camping Plätzen mehr ältere Menschen vertreten sind. Im Zuge der erwarteten demografischen Entwicklung werden die Camper zunehmend älter, damit auch gebrechlicher und eingeschränkter mobil.

Die kommende Entwicklung des Camping Tourismus kann sich in Zukunft nicht mehr wie in bisherigem Maße auf die aktive Gruppe der 20 – 40 jährigen fokussieren sondern muss jetzt schon die Anfänge eines barrierefreien Tourismus aufbauen. Die bisherige Infrastruktur auf den Campingplätzen bietet barrierefreies Camping leider nicht an. Das beginnt bereits beim Fehlen entsprechend gestalteter Stellplätze und nicht angepasster Infrastruktur.

Barrierefreies Campen beginnt beim Planen des Camping Urlaubes – behinderte Menschen sind in wesentlich stärkerem Maße darauf angewiesen ihren Urlaub zu planen und vorzubereiten; weil sie sicherstellen müssen das ihre Einschränkungen beim Aufenthalt keine zusätzlichen Hürden oder Erschwernisse darstellen. Auf den Webseiten der Campingplätze müssen Kriterien vorhanden sein, nach denen der Urlauber nach Anforderungen für seine Einschränkung suchen und damit sicher stellen kann, einen ihm entsprechenden Urlaub verbringen zu können.

Eine behindertengerechte Toilette nachzuweisen ist ungenügend.

Der gesamte Aufenthalt, beginnend mit der Buchung und Reservierung, über den Check-In, den Aufenthalt auf dem Stellplatz, die Infrastruktur, Teilhabe an den Attraktionen (Pool, Meer) und Zugänglichkeit der Umgebung des Camping Platzes muss barrierefrei möglich sein.

Animateure müssen geschult werden, in der Wassergymnastik neben Bauch-Beine-Po auch gesünder Rücken und Co. anbieten zu können.

Schein-Förderer der Barrierefreiheit, wie das Monopol des Systems „Reisen für Alle“, das in staatlichem Auftrag ein Trugbild der Barrierefreiheit produziert sowie behindertenfeindliche Tourismus Organisationen (siehe Bayerische Tourismus und Marketing GmbH) müssen durch unabhängige, von Betroffenen unterstützte Institutionen ersetzt werden.

Investitionen in den Markt des barrierefreien Campings lassen sich unmittelbar refinanzieren, weil bereits vorhandene brachliegende Marktpotentiale genutzt werden können.
Ca. 7,5 Mill. Menschen ~ 10% der deutschen Bevölkerung leidet an einer Behinderung; 1,7 Mill. Deutsche sind auf einen Rollstuhl angewiesen.

Es gibt leider keine Statistik die Camper und Krankheitsbilder darstellt. Da aber der Kenntnisstand, wie Rollstuhlfahrer ihren Urlaub gestalten, nur sehr ungenügend ist müssen hier vergleichsfähige Statistiken erstellt und laufend aktualisiert werden um belastbare Zahlen zu erhalten. In Orten mit Kurabgabe kann dies über die Erhebung der Freistellung, gemeldet vom Camping Platz, erfolgen.
Im Falle das Zahlen durch die aktuelle Gesetzgebung nicht erhoben werden können, muss der Gesetzgeber aktiv werden.

Gefühlt sind Rollifahrer stark unter vertreten auf den Camping Plätzen. Nach dem Bevölkerungsanteil müssten auf einem Camping Platz mit bspw. 1000 Stellplätzen – gehen wir mal von 2,5 Personen im Durchschnitt je Stellplatz aus – 53 Rollstühle unterwegs sein.
Entspricht das Eurem subjektiven Eindruck?

Behinderte Menschen fahren wesentlich seltener in den Urlaub als Nicht-Behinderte.
Aus Gründen von fehlenden und unzuverlässigen Informationen, die verhindern das sie den Urlaub planen können.
Fehlende und unzuverlässige Informationen liegen vor, weil keine angepasste Infrastruktur besteht und Informationen darüber, geschützt durch das staatliche Monopol „Reisen für Alle“, unzuverlässig verbreitet werden.
Unangepasste, nicht barrierefreie Infrastruktur liegt vor, weil Betroffene auf das Fehlen barrierefreier Bedingungen nicht hinweisen.
Das Fehlen barrierefreier Bedingungen wird nicht wahrgenommen, weil Betroffene keine geeigneten Fahrzeuge finden mit denen Sie die Camping Plätze anfahren können.

Irgendwo in diesem Teufelskreis muss doch ein Ausweg zu finden sein.

Wie wäre es, wenn alle, auch Nicht-Behinderte, auf das Fehlen barrierefreier Camping Angebote aufmerksam machen?
Wie wäre es, wenn sich mehr Betroffene trauen würden einen Anfang zu machen?
Besorgt Euch ein Fahrzeug; wir unterstützen gerne bei Auswahl, Miete oder Kauf.
Macht einen Anfang und reklamiert wenn etwas nicht passt.

Ich werde jetzt als Erstes den ADAC Campingführer Südeuropa 2026 reklamieren – der ist nur dazu gut einem beim ADAC dafür verantwortlichen um die Ohren gehauen zu werden.
Mal sehen, wenn er sich in dieser Disziplin bewährt wüsste ich wo ich in München damit noch hinfahren könnte.

bleibt aufrecht

Stefan


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