Man nehme …
… einen Kastenwagen …
… und verzaubere ihn nach den eigenen Wünschen!
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung VanWeekend
Mit leichten Modifikationen am Standardausbau lassen sich bereits Anforderungen an Barrierefreiheit umsetzen ohne den Individualausbau zu bemühen. Zeigen Hersteller und Händler etwas Flexibilität ist bereits vieles möglich was aktuell auf den Messen nicht denkbar wäre.
Wir waren bereits bei VanWeekend in Neustadt an der Weinstrasse vor Ort und konnten die qualitativ hochwertige Arbeit dort verfolgen.
Das Konzept:
- Nah am Standard
- 2 Personen; eine mit, eine ohne Einschränkung
- Aktiver Rollstuhl Fahrer:in, aktive Begleitperson
- Begleitperson unterstützt Rolli gelegentlich
- Camper ist gleichzeitig Alltags Auto: Länge 5,40 m
- Fahrtdauer: oft Wochenende, weniger oft wenige Wochen
- Autarkie: bis zu 4 Tage

Wer braucht eine Küche?
Der Camper hier nicht, dafür ist eine Dusche an der Stelle wo oben das Küchenmodul ist. Das was da in der Dusche links unten raus schaut ist eine TrockenTrennToilette.
Die Dusche hat eine große Edelstahlduschwanne und eine richtige Acrylglastür. Die Toilette kann als Sitz dienen oder für mehr Platz vor die Dusche gestellt werden.
Selbstverständlich können Klappsitz und Haltegriffe angebracht werden.
Das Konzept hier ist: Außengrill rockt! Gekocht und gegessen wird eh meistens draußen; Duschen und Toilette wird im warmen inneren erledigt.
Genauso wie Spülen, Gemüseputzen, Zähne reinigen usw.
Wieso brauche ich 2 Waschbecken im Womo? Ein großes im Bad reicht!
Wieso brauche ich einen fest eingebauten Kochplatz im Womo? Ja, wir haben auch eine Camper Zulassung 🙂
Wusstet Ihr das Flügelmuttern als fest eingebaut gelten?
Also: weg vom klassischen Küchenkonzept im barrierefreien Wohnmobil, geschnibbelt und gekocht und gegessen wird drinnen im Sitzen, und das auch nur wenn es regnet!
Alternativ, wenn es doch eine feste Küche sein soll, ließe sich beides kombinieren: Das Küchenmodul vorne links hat Spüle und Kochfeld und ragt ein wenig in die Sitzecke die abends zum Bett wird. Nichts muss Dich davon abhalten zusätzlich den mobilen Gaskocher auf den Tisch in der Sitzgruppe zu stellen.




Wer braucht eine Dusche?
Der Camper hier nicht, dafür ist eine Dusche auf dem Campingplatz vorhanden. Natürlich barrierefrei; was anderes fahren wir nicht an. Alle 3 – 4 Tage sind wir kurz auf einem Campingplatz um zu entsorgen, versorgen, die Suppe aus der TTT loszuwerden usw. Unser Autarkiepaket gestattet uns, an die 4 Tage ohne Fremdversorgung auszukommen, dann müssen wir wieder in einen Hafen.
Dann können wir auch da duschen, bis dahin reicht die Katzenwäsche und mal eine Außendusche.
Die Toilette findet unter dem Bett Platz und kann bei Bedarf herausgezogen werden.
Kleinere Anpassungen: das Modul wandert ganz nach links, so entsteht in der Lücke rechts Raum für einen zusammengeklappten Faltrollstuhl. Es ist ausreichend Platz für die Person im Rolli, um vom Kassettenlift in das Fahrzeug zu gelangen und dann direkt in die Sitzecke.
Beim Küchenmodul wird der Bereich oberhalb der Schranktüren abgetrennt und kann entweder per Lastschiene herausgezogen oder mit einem Schwenkgelenk heraus gedreht werden, um von der Sitzgruppe aus verwendet zu werden.
Der Apotheker Schrank kann beispielsweise einen Spüle / Koch Kombination enthalten, die zur Seite der Sitzecke herausgeklappt wird.
Jedenfalls wird Kochen und Spülen damit unterfahrbar.
Der Kühlschrank kann mit Hilfsmitteln des barrierefreien Küchenbaus abgesenkt werden.




Die Sitzgruppe – Erholung wenn es regnet oder früher dunkel wird
Alles auf 5,40 m – wir verfolgen das Konzept barrierefreier Camper und Alltagsauto. Also heißt es „Reduzieren auf das Maximale“: Dinge müssen mehrfach nutzbar sein, Ein- oder Ausklappen wenn möglich, Stauraum verbleibt begrenzt.
Hin- und herräumen wird sich nicht vermeiden lassen.
Die Rundsitzgruppe ist nachts das Bett!
Ob mit einem festen Abschluss wie in Bild 4, als Einzelbett wie in Bild 3 oder optional zum Doppelbett ausbaubar wie in Variante 1: dem Camper mit und ohne Mobilitätseinschränkung stehen verschiedene Optionen offen.
Die Bettenoberflächen können mit einem Hub (bspw. aus der Werkstattausstattung) versehen auch angehoben werden. Sei es um an die Stauräume darunter zu gelangen oder eine Person für Pflegeanwendungen auf eine angenehme Höhe zu bringen.
Wer den barrierefreien Wohnungsausbau kennt der hat sie auch schon mal gesehen: Hängeschränke die sich auf Knopfdruck nach unten bewegen und dem Sitzenden entgegen kommen.
Sie ließen sich auch im Camper einbauen.
Haltegriffe und Seile: wenn wir mit Magneten aus dem Styyl-Imperium
arbeiten können Haltevorrichtungen variabel und flexibel ohne großen Aufwand versetzt und wieder befestigt werden. Wir brauchen nur einen metallenen Untergrund; ebenfalls von Styyl erhältlich und verläßlich anzubringen.
Es ist wie es überall in der KFZ Branche ist – je mehr Haken in der Aufpreisliste desto größere Ansprüche an die Geldbörse entstehen.
Auf der Ebene einer gewissen Mobilitätseinschränkung in Verbindung mit einer bestimmten Camper Situation lassen sich Konzepte entwickeln, die nahe am Standard und damit erschwinglich bleiben. Die hier am Beispiel der Ausbauten von VanWeekend
gezeigten Ideen sollten sich auch grundsätzlich mit den Modellen anderer Hersteller realisieren lassen.
Wenn Ihr Interesse am Campen habt: fahrt zu den Händlern oder sprecht sie auf den Messen an! Solltet Ihr Unterstützung benötigen: wir helfen gerne!
