Bauanleitung Selbstbau

Willkommen ! Ab jetzt wird alles anders …

Willkommen bei unzähligen Stunden Youtube Videos, unzähligen Nächten in der Recherche nach Ausbaumaterial, Zubehör, Werkzeug …

… und letztendlich der Erkenntnis, das nach dem Ausbau vor dem Ausbau ist.

Was wir Dir hier nicht liefern wollen ist eine Step-by-Step Anleitung zum Ausbau Deines barrierefreien Campers. Das können andere besser. Es wird hier auch keine Wo-finde-ich-was oder Wer-kann-mir-das Erklären Liste.
Das gehört zu Deinem neuen Hobby 🙂

Wir wollen Dich ermutigen, auch ohne großes Budget in den Genuß des Reisens mit einem Camper zu gelangen. Wenn du jemanden hast (Partner / Kind / Enkel / Schuldner eines großen Gefallens / ) steht dem nichts entgegen.

Wenn Du noch gar keine Ahnung hast wie das ausschaut und was auf Dich zu kommt, dann lies weiter. Wenn Du Fragen hast, schicke uns eine Nachricht

Am Anfang steht …

das Konzept!
Nein, das Auto.
Falsch, die Materialbeschaffung.
Alles Falsch, das Werkzeug.
Wir brauchen zuerst eine Werkstatt!
Unsinn, zuerst muss die Finanzierung stehen!

Eins nach dem Anderen! Überlegt Euch eine ungefähre Summe, wieviel Ihr ausgeben wollt für das Auto. Überlegt Euch, wo Ihr am und im Auto arbeiten könnt. Kommen Kosten für die vorübergehende Anmietung einer Halle hinzu? Habt Ihr das notwendige Werkzeug? Wenn Ihr unsicher über das Werkzeug seid das Ihr benötigt: nach den ersten Stunden Youtube werdet Ihr der Beantwortung der Frage näher kommen. Achtet auf Qualität! Billig kauft doppelt und macht keinen Spass!

Hilfe zur Selbsthilfe

Wir gehen davon aus, das der oder die Selbstausbauer schon mal ein Loch gebohrt, einen Ast zersägt und einen Nagel ins Holz getrieben haben.

Unweigerlich werdet Ihr aber vor drei Themen stehen denen man nicht jeden Tag im Haushalt begegnet:
– Strom
– Wasser
– Heizung
Zu allem gibt es Möglichkeiten der Unterstützung; es soll Euch nicht davon abhalten Euren Camper zu bauen.
Später dazu mehr!

Barrierefreier / Behindertengerechter Camper

Wer schon einmal eine Sitzbank oder eine Holzkiste zusammengebaut hat mag sich auch den Möbelbau im Camper zutrauen.
Trotzdem können sich Anforderungen an die Barrierefreiheit stellen die besondere Kenntnisse oder Erfahrungen benötigen.
Spätestens im Umbau zum behindertengerechten Camper, bspw. dem Umbau auf Handgas, wird es nicht ohne Hilfe von Experten gehen, die Teile des Umbaus übernehmen.
Überlegt Euch, welche besonderen Anpassungen Ihr im Camper benötigt. Einstiegshilfe, Unterfahrbare Küche, breite Sitzgelegenheit, Pflegebett, bewegliche Oberschränke, Griffe, Stützen, Halterungen, …
Das wird Einfluss auf die Auswahl des Fahrzeugs haben, unter anderem.
Stellt Euch darauf ein, bestimmte Bereiche Eures Ausbau Konzeptes an qualifizierte Dienstleister zu vergeben; und berücksichtigt das in Eurem Budget.

2 Linke Hände? – Modulausbau

Du hast 2 linke Hände und bisher erfolgreich den Kontakt zu Hammer, Säge und Bohrmaschine vermeiden können?

Kein Problem!

Viele Betriebe im Camper Ausbau bieten vorgefertigte Module an – Bett, Sitze, Küche, Dusche! Angepasst an und vorbereitet auf die verschiedenen Transporter Modelle.
Wer bspw. nur die Dusche eingebaut haben will, den Rest selber machen kann: kein Problem!
Es soll ein Hub-, Klapp- oder Ausziehbett werden, das zu bauen ist Euch zu kompliziert, der Rest aber wird DIY? Kein Problem!
Selbstverständlich lassen sich die Modulhersteller ihre Produkte entsprechend bezahlen. Je größer der Anteil an Fremdleistung zu Eigenleistung im Selbstausbau Konzept wird, umso mehr erfordert dies Berücksichtigung im Budget!

Das Fahrzeug – Ein Transporter

Ein Transporter bringt zu Beginn gleich eine der Hauptanforderungen mit die sich an die Barrierefreiheit stellen: eine breite Öffnung um mit dem Rolli in das Fahrzeug gelangen zu können.
Es gibt auch Hersteller von Teilintegrierten die eine leere Aufbaukabine liefern, manche bereits mit Türverbreiterung; Fenstergröße und -position nach Wunsch. Wenn Ihr an einer solchen Lösung interessiert seid, sprecht uns bitte an. Wir werden hier den Ablauf am Beispiel eines Transporters zeigen.
Welcher soll es denn sein? Ein Fragenkatalog:
1. Welcher Hersteller? Mercedes? Ford? Fiat? Opel? MAN ? VW? ….
2. Wie lang? Wie hoch?
3. Gesamtgewicht < 3,5 Tonnen ? oder > 3,5 Tonnen?
4. Neufahrzeug? Gebraucht?
5. Leistung? 140 PS? 160 PS ? 200 PS?
6. Antrieb Vorderräder? Hinterräder? Leichte Geländegängigkeit? Schwerste Geländegängigkeit?
7. Bereifung? Sommer/Winter? Ganzjahresreifen? All Terrain?
8. Städtetauglich? Behindertenparkplatz geeignet?
9. Frei stehen oder bevorzugt Campingplatz?
10. … (Beliebig nach eigenen Überlegungen zu ergänzen)

Mehr Licht – Fenster, Dachluken und mehr

Unabhängig davon wie viele Fenster Euer Transporter zum Zeitpunkt des Kaufs hatte: es werden mehr Fenster und mindestens eine, besser 2 Dachluken mit oder ohne Lüfter dazu kommen.

Sobald Ihr das innere entkernt habt – Seitenwände, Fußboden, Fahrerkabine, usw, es muss alles raus – ist die Zeit gekommen um große Löcher ins Auto zu machen.

Wir haben uns entschieden Dachluke und Seitenfenster bei einer darauf spezialisierten Werkstatt machen zu lassen. Derartige Werkstätten finden sich auch in Eurer Nähe.

Die Geschichte eines Camping Nachbarn um sein leckendes Dachfenster hat uns dazu bewogen.

Der Ausbau beginnt – Dämmen

Da kommt Ihr nicht drumrum: Ihr müsst dämmen! Ob mit Armaflex, Schafswolle oder anderen Materialien und Methoden, am Dämmen führt kein Weg vorbei! Wie – dazu sei wieder auf die vielfältigen Youtube Videos verwiesen. Unsere Idee, die Hohlräume bzw. die tieferen Flächen mit Schafswolle zu versehen und dann Armaflex – das schwarze Zeug – drüber zu kleben hat sich als Schnapsidee erwiesen. Wir haben dann lediglich versucht die Hohlräume zu füllen, die Flächen sind alle mit Armaflex überzogen. Das in den wechselnden Profilen der Wände beim Sprinter am Metall zu halten ist kein Spaß.

Wenn alles schwarz ist; Ihr kein Metall mehr sehen könnt, dann ist Dämmen fertig und Ihr könnt mit Filzen oder anderen Arten der Abdeckung des Armaflex beginnen.
Das Fahrerhaus nicht vergessen!

Dämmen aus 2 Gründen:
– Als Wärmeisolation: das kann auch schon im Frühling oder Herbst, ja selbst im Sommer sehr frisch werden. Dann kommt Grund 2 ins Spiel
– Gegen das Kondensieren der Feuchtigkeit am Metall! Sobald es kühler wird schlägt sich die Feuchtigkeit die Ihr alleine mit Eurer Körperwärme erzeugt am Metall nieder! Wo sich Feuchtigkeit bilden und nicht schnell genug wieder abtrocknen kann besteht die Gefahr der Schimmelbildung. DAS WOLLT IHR NICHT! Wenn es Euch von oben entgegen tropft und sich die Wasserlachen am Boden bilden: dann sucht die Stelle wo Wasser am Metall kondensiert ist und deckt das Metall ab.

Der Ausbau beginnt – das Ausbaukonzept

Wie immer Ihr es auch angehen wollt, digital mit einem CAD Programm oder analog im Modellbau: macht Euch klar wo Ihr was hin haben wollt:
– Bett(en): längs, quer, Doppel, Einzel, zusammen, getrennt …
– Sanitär: Dusche ja/nein, wenn ja wo, Toilette auch wo und wie und welche
– Kochen /Spülen wie und wo,
– Sitzen
– Stauraum
– Beleuchtung und Stecker
– Wo kommt Strom hin?
– Wo kommt Wasser hin?
– Wo kommt die Heizung hin?
Ihr werdet Kabel und Leitungen verlegen müssen. Ihr werdet Haltepunkte benötigen um Schränke und anderes am Camper befestigen zu können. Bereitet entsprechende Befestigungspunkte vor; ggf. noch ehe die Dämmung erfolgt. Es lassen sich auch Befestigungen an der inneren Dachverstrebung setzen; bitte maximale Dachlast nicht überschreiten.
In der Überlegung, wo und wie etwas befestigt werden soll: denkt daran, das sich der Lebensraum, den Ihr gestalten werdet, schwankt und sich bewegt; von links nach rechts und umgekehrt, hoch und runter und erhebliche Kräfte darauf wirken beim Bremsen.

Das muss nicht nur stabil sein und halten, das darf beim Fahren auch keine Geräusche machen, kein Knarzen und Knacken, kein Klappern.

Ihr werdet es nicht vermeiden können das – zumindest zu Beginn Eurer Touren – Geräusch Reduzierung während der Fahrt ein wichtiges Thema wird. Es gibt Youtuber die lassen das Ihre Chefin machen weil sie wissen, hier ist Expertinnen Expertise gefragt!

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